Westdeutsche Zeitung vom 12.08.2017
Text: Hartmut Sassenhausen

Der Leiter der Wuppertaler Kurrende fühlt sich in Wuppertal wohl. Erst 2018 wird er aber ganz in die Stadt ziehen.

Markus Teutschbein

„Ich fühle mich wohl hier“. Das war einer der ersten Sätze von Markus Teutschbein, als wir uns im Kurrendehaus an der Mozartstraße entspannt unterhielten. Er findet das Klima sehr angenehm. Seit 1. Juni ist er neuer musikalischer Leiter des traditionsreichen Wuppertaler Knabenchors. „Ende Februar, Anfang März habe ich die Zusage erhalten“, erinnert er sich. Momentan ist er fleißig dabei, die Namen der Jungen und Männer auswendig zu lernen. Und er freut sich, dass „die Knaben sehr offen mir gegenüber“ sind.

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Freizeitbild Schönau 2017

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Westdeutsche Zeitung vom 27.06.2017
Text: Hartmut Sassenhausen
Foto: Gerhard Bartsch

Wuppertal.
„Ich lade gern mir Gäste ein“, lautet der Titel einer Arie aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss. Eine Fern-sehserie des Kammersängers René Kollo lautete genauso. Jenseits dieser unterhaltenden Genres ist auch die Wuppertaler Kurrende einmal im Jahr ein herzlicher Gastgeber. Dann kommen andere Knabenchöre nach Wuppertal, um sich mit ihr auszutauschen und gemeinsam ein Konzert zu veranstalten.

Dieses Mal war die Lübecker Knabenkantorei an St. Marien zu Besuch, um in der Lutherkirche ein Gastspiel zu geben. Wie die Kurrende hat auch der Chor aus der Hansestadt einen neuen Leiter: Karl Hänsel, Jahrgang 1993, der vor Kurzem sein Musikstudium abschloss. Trotz seines jungen Alters stand er wie ein alter Hase vor seinem Knabenchor und lotste ihn umsichtig durch das Programm vom Frühbarock bis zur Moderne. Vier- bis sechsstimmig waren die präsentierten Stücke, eines sogar für zwei vierstimmige Chöre. In Anbetracht einer Größe von 35 Sängern, davon 14 Tenöre, Bariton und Bässe, ist dieser Anspruch enorm und auch ein Wagnis, weil Einzelstimmen herausgehört werden können. Doch der Knabenchor, selbst in reiner Männerbesetzung, faszinierte mit einer erstaunlich großen Homogenität. Selbst komplexe Einsätze klappten, die Intonation war ausgezeichnet, und die Stimmgruppen waren dynamisch fein aufeinander abgestimmt. So waren die Werke a cappella etwa von Heinrich Schütz, Joseph Gabriel Rheinberger und Zoltan Kodály ein Hörgenuss.

Lübecker
Stehende Ovationen für ein gelungenes Konzert

Schön schwung-voll geriet Christopher Tins Vaterunser auf Swahili, eine Bantusprache Ostafrikas, unter Verwendung von kleinen Per-kussionsinstrumenten. Nur die Lautstärkeunterschiede hätten insgesamt etwas differenzierter sein können. Die Wuppertaler Kurrende eröffnete den Abend mit vier Stücken. Nachdem sie singend im Altarraum Aufstellung genommen hatte, begeisterte sie unter ihrem neuen Chef Markus Teutschbein mit angenehm harmonischen Vorträgen. Eine Motette für vierstimmigen Männerchor Anton Bruckners hörte sich genauso nuanciert an wie „Die Erlösten des Herren“ für fünfstimmigen Chor von Werner Fussan. Als beide Chöre schließlich gemeinsam das „Agnus Dei“ von Max Reger und unter tatkräftiger Beteiligung des Publikums „Der Mond ist aufgegangen“ angestimmten hatten, bestand der Dank für das kurzweilige Konzert zu Recht aus stehenden Ovationen. Die Knabenkantorei Lübeck revanchierte sich dafür mit einer kurzen Zugabe.

Die Lübecker Knabenkantorei wird am Samstag, dem 24. Juni 2017 in Wuppertal unter der Leitung von Karl Hänsel ein Konzert in der Kurrende-Gastkonzertreihe „Internationale Knabenchöre“ geben und reiht sich damit ein in die Reihe so klangvoller Namen wie dem Windsbacher Knabenchor (1999 und 2016), dem Philadelphia Boys Choir (2000), dem Dresdner Kreuzchor (2007) und dem St. Petersburger Knabenchor (2013 und 2015).

Lübecker Knabenkantorei 2016 1

Das Konzert beginnt um 19 Uhr und findet in der Lutherkirche
(Obere Sehlhofstr. 42 / Wuppertal-Barmen) statt.
Im Wechsel mit der Wuppertaler Kurrende, die erstmals unter der Leitung des neuen Chorleiters Martin Teutschbein singen wird, werden geistliche Chorwerke zu hören sein. Höhepunkt des Konzertes wird dann ein gemeinsames Schlussstück beider Chöre sein.
Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte am Ausgang wird gebeten.

   

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